Die Kirche

Baugeschichte

Erstmals wird die Kirche in Bleckede in einer Urkunde aus dem Jahre 1272 erwähnt. Damals erwarb Herzog Johann von Lüneburg durch Tausch das Patronatsrecht über die Bleckeder Kirche. Nähere Angaben über den Umfang und Baustil der alten Kirche sind leider nicht überliefert.

In der Mitte des 18. Jahrhunderts war die Kirche baufällig geworden. 1756 schrieb der damalige Bleckeder Pastor Georg Wilhelm Hope: „Die Kirche ist in sehr schlechtem Zustande, daß weder der Pastor vor dem Altar und auf der Kanzel und im Beichtstuhl, noch andere Leute in ihren Stühlen bei bösem Wetter fürm Regen trucken stehen können.“ Daher wurde die alte Kirche im Jahr 1765 abgerissen und an ihrer Stelle in den Jahren 1766/ 67 die jetzige St. Jacobi-Kirche im schlichten, spätbarocken Stil errichtet.

Auf die Grundsteinlegung und Fertigstellung des Rohbaus weisen die Inschriften über den beiden Seiteneingängen hin. Der Turm stammt aus älterer Zeit. Die beiden Vorbauten an den Seiteneingängen wurden später hinzugefügt. Noch jüngeren Datums ist die Sakristei an der Ostseite der Kirche.

In den letzten Kriegstagen des Jahres 1945 wurde die Kirche, insbesondere der Kirchturm, durch Beschuss stark beschädigt. Im Rahmen einer umfangreichen Renovierung der Kirche erhielt der Turm im Jahre 1956 eine neue Ummauerung. In den Jahren 1999/ 2000 wurde der gesamte Turm nochmals renoviert.

Foto: Cordes

Das Innere der Kirche

1988/ 89 wurde der Innenraum der Kirche gründlich renoviert. Dabei wurde die ursprüngliche Bemalung an den Brüstungen der Emporen und an den Treppenaufgängen aus dem Jahr 1766 unter fünf späteren Farbschichten wieder freigelegt. Auch die rot-graue Marmorimitation an den Pfeilern entspricht genau der originalen Farbgebung.

In der Kirche befinden sich mehrere Kunstgegenstände, die aus der alten 1765 abgerissenen Kirche stammen:

Foto: Cordes
  • Die Kreuzigungsgruppe im Chorraum nördlich des Altars besteht aus drei Figuren, Jesus, Maria und Johannes, und wurde wahrscheinlich um 1500 in einer Lüneburger Werkstatt geschaffen. Dem Stil der Zeit entsprechend hat der Künstler das Leiden und Sterben Jesu in seiner ganzen Härte und Grausamkeit dargestellt.
     
  • Etwas älter ist das Vesperbild, die sogenannte Pieta, die sich auf der linken Seite der Turmhalle befindet. Sie stammt möglicherweise aus derselben Lüneburger Werkstatt.
     
  • Ein besonderes Kunstwerk ist die im Renaissancestil geschaffene Kanzel. Sie ist von dem damaligen Bleckeder Burghauptmann Fritz von dem Berge und seiner Frau Hanne gestiftet. Sie enthält zwischen korinthischen Säulen Bilder aus dem Leben Jesu und ist mit Ornamenten reich verziert.
     
  • Von demselben Ehepaar wurde auch der Taufstein (1607) und die älteste Glocke des Geläutes (1612) gestiftet.
Foto: Cordes
  • Die Orgel wurde in den Jahren 1969 – 1977 in drei Bauabschnitten von der Firma Hammer aus Hannover nach dem Vorbild der früheren 1715 errichteten Barockorgel gebaut. Sie hat 26 Register. Noch älter ist der hübsche Orgelprospekt. Alten Urkunden zufolge stammt er schon aus der Zeit vor 1715.

 

Foto: Cordes

Im Chorraum befinden sich zwei neue Farbfenster, die in den Jahren 1991/ 92 entworfen und gestaltet worden sind. Besonders hervorzuheben ist hier das Fenster an der Nordwand. Es stellt im Hauptfeld die Brüder Jakobus und Johannes dar, die beide zum Kreis der zwölf Jünger Jesu gehörten. Jakobus, der Namenspatron dieser Kirche, ist dargestellt als Patron der Pilger. Mit Pilgerhut, Mantel, Tasche und Wanderstab symbolisiert er die wiedergewonnene Reisefreiheit. Jakobi-Kirchen wurden im Mittelalter gern an Pilgerwegen errichtet. Möglicherwiese verdankt die Bleckeder Kirche dieser Tatsache ihren Namen. Die Darstellung im unteren Teil des Fensters erinnert an ein denkwürdiges Ereignis: Die Wiedereröffnung der Bleckeder Fähre am 26. November 1989 nach jahrzehntelanger gewaltsamer Trennung. Ein vollbesetztes Schiff wird am Ufer freudig erwartet.

 
St. Jacobi Kirche Bleckede - Turm Foto: Cordes